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Bundesminister Robert Habeck und der namibische Energieminister Tom Alweendo hatten am 29. März 2022 ein Kooperationsabkommen auf dem Gebiet der Wasserstoffwirtschaft geschlossen. Zur Umsetzung des Abkommens hat Habeck den ehemaligen Energiestaatssekretär Rainer Baake zum Sonderbeauftragten für die deutsch-namibische Klima- und Energiekooperation ernannt.

„Es gibt kaum einen besseren Ort auf der ganzen Welt, um mit Hilfe von Wind- und Solarenergie grünen Wasserstoff herzustellen“, so Wirtschafts- und Klimaminister Habeck. Windenergieanlagen an Land würden dort noch höhere Strommengen erzeugen als Offshore-Anlagen in der Nordsee. Die Erzeugung von Strom aus Solarenergieanlagen sei fast dreimal so hoch wie in Deutschland. „Ich freue mich deshalb sehr, dass von nun an die deutsch-namibische Kooperation für grünem Wasserstoff von dem Fachmann und Staatssekretär a.D. Rainer Baake vorangetrieben wird.“ Baake befindet sich derzeit auf einer 10-tägigen Reise nach Namibia, um mit der namibischen Regierung über den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft zu beraten. Er wurde am Dienstag, den 5.7. von Präsident Hage Geingob empfangen. Vorher hatte er an einer Sitzung des namibischen Kabinetts teilgenommen. In seinen Gesprächen ging es vor allem um die Umsetzung eines von Namibia geplanten Projekts zur Herstellung von grünem Ammoniak im Süden Namibias.

„Namibia wird grünes Ammoniak produzieren, das wir in Deutschland für die Dekarbonisierung unserer Industrie dringend benötigen“, so Baake.

Deutschland ist der größte Verbraucher von Ammoniak in Europa. Ammoniak ist ein zentraler Grundstoff in der Industrie und wird auf dem Weg zur Klimaneutralität immer wichtiger. Zurzeit wird Ammoniak in Deutschland ausschließlich mit Hilfe von Erdgas hergestellt; die Produktion hat in den letzten Jahren 11% des industriellen Erdgaseinsatzes und jährlich fast 6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht.

„Eine Kooperation bringt damit sowohl für Namibia als auch für Deutschland große Vorteile“, so Baake. „Eine echte Win-Win-Situation!”

Die Herstellung von Wasserstoff mittels Elektrolyse erfordert große Mengen an Wasser, das in Namibia besonders knapp ist. Daher ist eine mit erneuerbaren Energien betriebene Meerwasserentsalzungsanlage in der Nähe des Ortes Lüderitz geplant. Die Anlage soll gleichzeitig dazu dienen, die örtliche Bevölkerung mit ausreichend sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Da Wasserstoff kostengünstig nur mit Pipelines und nicht mit Schiffen transportiert werden kann, plant Namibia die Weiterverarbeitung von Wasserstoff zu Ammoniak unter Zugabe von atmosphärischem Stickstoff. Für die Verschiffung des grünen Ammoniaks wird eine neue Hafenanlage geplant.

Eine Ausschreibung für die Entwicklung einer ersten Ausbaustufe des Projekts hat das Unternehmen Hyphen gewonnen, ein Zusammenschluss der deutschen Firma Enertrag und des südafrikanischen Unternehmens Nicolas Holding. Dem namibischen Staat wird eine Beteiligung angeboten. Das Investitionsvolumen für die erste Ausbaustufe entspricht in etwa dem derzeitigen Bruttosozialprodukt von Namibia. Der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft hat das Potential für einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung für das Land an der Südwestküste Afrikas. Während der Bauphase werden 15.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, im Betrieb werden 3.000 Arbeitskräfte benötigt. Namibia arbeitet an der Ausbildung und Weiterbildung örtlicher Kräfte, die prioritär eingestellt werden sollen.

Laut Baake gibt es aber noch zwei weitere große Vorteile. „Wir haben mit dem namibischen Energieminister eine gutachterliche Untersuchung verabredet, wie sich die großen Wind- und Solarenergiekapazitäten für die Wasserstoffproduktion in das namibische Stromsystem integrieren lassen. Ich sehe eine große Chance, dass Namibia noch in diesem Jahrzehnt zum ersten afrikanischen Land mit 100% erneuerbaren Energien im Stromsektor wird“, so Baake. Der vierte Vorteil liege in dem Wegfall der Stromimporte aus Kohlekraftwerken in Südafrika. Bei der Klimakonferenz von Glasgow im letzten Jahr haben Deutschland und andere Industrieländer Südafrika Unterstützung beim Ausstieg aus der Kohleverstromung zugesagt. „Dass Exporte von Kohlestrom von Südafrika nach Namibia wegfallen, stellt einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Kohleausstieg Südafrikas dar“, so Baake.

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