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Die Mitarbeiterzahlen mindestens verdreifacht, mehr Neugeschäft und auf bis zu zwei Millionen Euro gesteigerte Jahresumsätze – der Startup-Sektor ist gereift und hat merklich an Marktrelevanz gewonnen, wie die PropTech Germany Studie 2022 von TH Aschaffenburg, Brickalize und Blackprint zeigt.

“PropTechs sind erwachsen geworden und haben ihre Wirkung bewiesen”, lautet das Fazit der aktuellen Proptech Germany Studie des Instituts für Immobilienwirtschaft und -management (IIWM) an der technischen Hochschule (TU) Aschaffenburg, der Brickalize GmbH und der Blackprintpartners GmbH. Von Dezember 2021 bis März 2022 wurden 229 Unternehmen online zu ihren Geschäftstätigkeiten am deutschen Markt befragt.

Und der Reifegrad nimmt zu, wie die Studienautoren aus den gestiegenen Mitarbeiterzahlen, höheren Jahresumsätzen und messbaren Weiterentwicklungen der Lösungen erkennen wollen. Das Neugeschäft wurde gesteigert, auch von internationalen, nach Deutschland expandierenden PropTechs – dabei ist zu beobachten, dass sich im Vergleich zu den Vorgängerstudien auch immer mehr Bau- und Immobilienunternehmen für die Kooperation mit PropTechs geöffnet haben.

PropTechs etablieren sich in der Bau- und Immobilienwirtschaft

“Die Modernisierung der Immobilienbranche gelingt nicht ohne die Innovationskraft der PropTechs”, meint Brickalize-CEO Philipp Liebold, einer der Autoren der Studie. 71,2 PropTechs gaben in der Umfrage an, im vergangenen Jahr mehr oder sogar deutlich mehr Neugeschäft generiert zu haben, insbesondere “Grown Ups” (Deutsche, bereits im Markt etablierte PropTech-Unternehmen) und “Conquerer” (Hauptsitz im Ausland).

Und während in der PropTech-Studie 2021 noch die Mehrheit der Unternehmen einen Jahresumsatz von bis zu 10.000 Euro verbucht, sprachen nun mehrheitlich von bis 500.000 bis zwei Millionen Euro Umsatz. Rund 40 Prozent weisen einen Jahresumsatz von mehr als einer Million Euro aus. Auch die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter ist innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen: Bei der Befragung zur PropTech Germany 2021 Studie arbeiteten eine bis fünf Personen in einem PropTech, mittlerweile sechs bis 15.

Die jüngste Studie zeigt außerdem, dass die innovativen Firmen mit ihren Lösungen in durchschnittlich fünf statt zuvor vier Assetklassen aktiv ist – das impliziert den Autoren zufolge den gestiegenen Nutzungsumfang und die Weiterentwicklung. Die Assetklasse Wohnen führt das Ranking an: 81,2 Prozent der Umfrageteilnehmer sind hier aktiv. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Büro (75,1 Prozent) und Mixed-Use (67,7 Prozent) ein. Weniger als 50 Prozent der Befragten beschäftigen sich mit Einzelhandel (food und non-food) oder Logistik und Parken.

Wachstumstreiber: Wagniskapital und Sales & Marketing

Dass ein tolles Tech-Produkt allein nicht ausreicht, haben die meisten PropTechs erkannt. Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren, die jeweils mehr als 90 Prozent der Befragten als relevant bezeichneten, gehören Sales und Marketing. “Die klare Positionierung der Produkt-Technologieeigenschaften meint, in der Sprache des Kunden dessen Vorteile zu kommunizieren”, stellt Co-Autorin Prof. Dr. Verena Rock, Leiterin des Studienganges Digitales Immobilienmanagement an der TH Aschaffenburg, fest. Wettbewerbsvorteile entstehen laut Studie durch ein gutes Go-To-Market-Modell, ein tiefes Marktverständnis und cleveres Marketing.

Das messbare Wachstum des Sektors führen die Experten auch auf einen hohen Wagniskapitalfluss zurück. Rund 80 Prozent der befragten PropTechs haben bisher Wagniskapital in Anspruch genommen, 41,5 Prozent haben 2021 eine erfolgreiche Finanzierungsrunde durchlaufen – eine durchschnittliche Fundingrunde dauert fünfeinhalb Monate – und 50,7 der Unternehmen sehen eine leicht bis stark gestiegene Investitionsbereitschaft von Wagniskapitalgebern.

ESG steht für Veränderung und Erfolg im PropTech-Sektor

78,2 Prozent der PropTech-Lösungen tragen laut Studie zu mehr ESG bei (Environmental – Umwelt, Social –Soziales, Governance – Unternehmen). Den ESG-Beitrag liefern PropTechs vor allem für die Projektentwicklung und das Property Management. Die Hälfte der Befragten gab zu Protokoll, dass durch die ESG-Regulierung kein Druck auf das eigene Geschäftsmodell entsteht. Druck entstünde hier eher durch veränderte Kundenanforderungen (45 Prozent). ESG sorge aber auch für mehr Aufträge – allerdings nur, wenn PropTechs neue Kooperationen und Partnerschaften zur Bewältigung der mit der Regulierung verbundenen Herausforderungen eingehen.

Im Bereich “E” wie Environmental fokussieren PropTechs auf Ressourcenschonung (47 Prozent), CO2-Neutralität (43,7 Prozent) und Energieverbrauchsmanagement (12,2 Prozent). Im Bereich “S” wie Social setzen 50,7 Prozent der PropTechs den Angaben zufolge auf den Nutzerkomfort. Ebenfalls relevant sind die Aspekte Gesundheit und Wohlergehen sowie Mieter- und Bürgerkommunikation. Im Bereich “G” wie Governance stehen Produkte zur Schaffung von Transparenz im Mittelpunkt (60,3 Prozent).

“Der Grad der Branchendigitalisierung als Mittel zum Zweck für mehr Nachhaltigkeit und ESG lässt sich nirgends so deutlich ablesen wie an Reifegrad, Marktstatus und Perspektive der PropTech-Treiber”, sagt Sarah Maria Schlesinger, CEO bei Blackprint.

Expansion: So wachsen die PropTechs weiter

Im Schnitt sind PropTechs bereits in fünf verschiedenen Ländermärkten tätig. 78,6 Prozent der PropTechs planen jedoch der Studie zufolge in den kommenden ein bis zwei Jahren eine Expansion in weitere Ländermärkte. 33,2 Prozent wollen in neuen Produktmärkten wachsen – unter anderem in den Bereich der ESG-Datenerfassung und -Analyse beziehungsweise der dafür notwendigen Gebäudeinfrastruktur. Außerdem wollen die Unternehmen in die Wertschöpfungsstufen streben, in denen PropTechs bisher schwerpunktmäßig noch nicht aktiv sind: Das sind etwa die Bereiche Asset Management, Portfolio- und Vermögensverwaltung oder Finanzen.

Die Relevanz von PropTechs, ihr Reifegrad, ihre Marktdurchdringung und ihr wirtschaftlicher Erfolg sind im Vergleich zum Vorjahr insgesamt gestiegen, sind sich die Studienautoren einig. Die Erfolgsfaktoren für wirtschaftliches Wachstum seien klar definiert und erkannt. Der Blick in die Zukunft ist bei fast allen (96,6 Prozent) PropTechs optimistisch.



PropTech Germany Studie 2022 (PDF)

Die Vorgängerstudien:



PropTech Germany Studie 2021



PropTech Germany Studie 2020

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