Die Preise für neue Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser erreichen im aktuellen Empirica-Index neue Höchstwerte. Dazu tragen “Torschlusskäufe”, Inflation und Baukosten bei. Das treibt auch die Mieten weiter. Der Zinsanstieg könnte die Rallye beenden, meinen die Experten.

Die Indices von Miet- und Eigentumswohnungen sowie von Ein- oder Zweifamilienhäusern legen im Empirica-Immobilienpreisindex für das erste Quartal 2022 im Durchschnitt aller Baujahre weiter zu. Während die Indices für Eigentumswohnungen in Bestand und Neubau gegenüber dem vierten Quartal 2021 noch einmal um 2,4 Prozent gestiegen sind, legten die Werte für Ein- und Zweifamilienhäuser sogar um 3,1 Prozent zu. Auch die Mietpreise (plus 1,1 Prozent) sind noch einmal gestiegen, wenn auch erheblich schwächer als die Preise für Wohnungen und Häuser.

Die Indices neugebauter Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser erreichen laut Empirica neue Höchstwerte. Im ersten Quartal 2022 liegen neugebaute Eigentumswohnungen 2,7 Prozent über dem Niveau des Vorquartals, neugebaute Ein- oder Zweifamilienhäuser liegen 2,8 Prozent darüber. Der Zuwachs bei den neuen Mietwohnungen fällt mit 1,2 Prozent am geringsten aus.

Mieten steigen moderat weiter

Gegenüber dem vierten Quartal 2021 sind die inserierten Mietpreise im Neubau in den kreisfreien Städten zum ersten Quartal 2022 um 1,1 Prozent und in den Landkreisen um 1,3 Prozent gestiegen, teilt Empirica mit. Im Jahresvergleich – also gegenüber dem ersten Quartal 2021 – haben die Experten einen deutschlandweiten Anstieg der Neubaumieten von 4,6 Prozent errechnet.

In den vergangenen zehn Jahren haben die Neubaumieten deutschlandweit um 41 Prozent zugelegt. In den kreisfreien Städten um 39 Prozent und in den Landkreisen um 42 Prozent. Die Zusammensetzung des Top-Ten-Rankings bleibt unverändert verglichen mit dem Vorquartal. Auch an der Reihenfolge der zehn Städte mit den höchsten Mieten hat sich nichts getan.

Empirica-Mietpreis-Ranking für neue Wohnungen

  1. München 19,58 Euro/qm
  2. Frankfurt/Main 16,23 Euro/qm
  3. Stuttgart 15,23 Euro/qm
  4. Berlin 14,91 Euro/qm
  5. Freiburg/Breisgau 14,50 Euro/qm
  6. Düsseldorf 14,13 Euro/qm
  7. Mainz 13,94 Euro/qm
  8. Hamburg 13,78 Euro/qm
  9. Darmstadt 13,56 Euro/qm
  10. Rosenheim 13,48 Euro/qm

Neue Eigentumswohnungen: Preise seit 2012 verdoppelt

Der Anstieg der Kaufpreise für neugebaute Eigentumswohnungen nimmt nach Beobachtung von Empirica weiter seinen Lauf. In den kreisfreien Städten liegen die Kaufpreise derzeit 2,9 Prozent über dem Niveau des vergangenen Quartals. In den Landkreisen beträgt der Anstieg plus 2,6 Prozent. Im Jahresvergleich sind die Preise in den kreisfreien Städten um 11,9 Prozent und in den Landkreisen um 11,7 Prozent gestiegen.

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die inserierten Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen demnach deutschlandweit mittlerweile mehr als verdoppelt (plus 109 Prozent), in den kreisfreien Städten sind sie um 126 Prozent gestiegen und in den Landkreisen um 99 Prozent.

Frankfurt und Stuttgart tauschen im aktuellen Ranking die Plätze. Berlin und Rosenheim rücken vor, Potsdam und Freiburg fallen dafür einen Platz zurück. Mainz ist neu unter den “Top Ten”.

Empirica-Kaufpreis-Ranking für neue Eigentumswohnungen

  1. München 11.380 Euro/qm
  2. Frankfurt/Main 8.301 Euro/qm
  3. Stuttgart 8.183 Euro/qm
  4. Düsseldorf 7.511 Euro/qm
  5. Hamburg 7.310 Euro/qm
  6. Berlin 7.109 Euro/qm
  7. Potsdam 7.097 Euro/qm
  8. Freiburg/Breisgau 7.054 Euro/qm
  9. Rosenheim 6.925 Euro/qm
  10. Mainz 6.765 Euro/qm

Ein -und Zweifamilienhäuser: Preise steigen auch in den Landkreisen

Bundesweit sind die Preise neuer Ein- und Zweifamilienhäuser (EZFH) im Empirica-Index für das erste Quartal 2022 um 2,8 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2021 gestiegen: Die Kaufpreise in den kreisfreien Städten kletterten um drei Prozent, die in den Landkreisen um 2,7 Prozent. Im Jahresvergleich gegenüber dem ersten Quartal 2021 haben die Preise für neue Häuser bundesweit um satte 14,1 Prozent zugelegt – 13,5 Prozent in den kreisfreien Städten und 14,7 Prozent in den Landkreisen.

In den vergangenen zehn Jahren haben die inserierten Kaufpreise für neue Häuser deutschlandweit um 115 Prozent zugelegt: In den kreisfreien Städten um 121 Prozent und in Landkreisen um 110 Prozent. Eigenheime in den teuren Städten sind rar und die wenigen Angebote sehr heterogen; die Preistrends dürfen daher laut Empirica nicht überinterpretiert werden.

Die ersten vier Plätze des Rankings bleiben im aktuellen Empirica-Immobilienpreisindex unverändert gegenüber dem Vorquartal. Dahinter rücken Frankfurt, Erlangen, Landshut, Freiburg und Kempten vor.

Empirica-Kaufpreis-Ranking für neue EZFH

  1. München 9.956 Euro/qm
  2. Rosenheim 8.706 Euro/qm
  3. Stuttgart 7.463 Euro/qm
  4. Wiesbaden 7.231 Euro/qm
  5. Frankfurt/Main 7.164 Euro/qm
  6. Erlangen 6.897 Euro/qm
  7. Landshut 6.841 Euro/qm
  8. Freiburg/Breisgau 6.780 Euro/qm
  9. Kempten 6.741 Euro/qm
  10. Heidelberg 6.719 Euro/qm

Die Kaufpreis-Rallye könnte laut Empirica mit dem aktuellen Zinsanstieg enden. Derzeit werde sie noch durch verschiedene Faktoren “am Köcheln gehalten”: Torschlusskäufe, drohende Inflation sowie Personal- und Materialengpässe am Bau, die zu steigenden Kosten geführt haben, etwa. Letzteres würde auch die Mieten betreffen. “Zusammen mit den Baukosten liefert die Knappheit das A und O beim Mietanstieg”, heißt es in der Studie. Um die Mieten zu dämpfen, müsse am richtigen Ort gebaut werden, um Leerstand zu vermeiden.

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