Gegen die CPI Beteiligungen GmbH (Firmenbuch-Nummer FN 347952w) wurde am Montag (27.6.) ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien eröffnet. Laut dem Kreditschutzverband 1870 (KSV1870) handelt es sich mit Passiva in Höhe von 86 Millionen Euro um die bisher größte österreichische Unternehmensinsolvenz im Jahr 2022. Das Unternehmen schließt nicht aus, dass der Betrag noch höher sein könnte. Etwas später wurde bekannt, dass auch über das Vermögen der CPI Bauträger und Immobilienverwaltung GmbH (FN 219985h) und die CPI Hausverwaltung GmbH (FN 203027w) ein Konkursverfahren eröffnet wurde. Hier stehen weitere Passiva in Höhe von 43 und 3,4 Millionen Euro zu Buche, wie der KSV berichtet.

Risiko des Totalausfalls
Die in Österreich und Deutschland tätige CPI-Gruppe besteht laut KSV Firmenangaben zufolge aus 160 Gesellschaften. Dass es Probleme gibt, wurde vor einigen Wochen offensichtlich: Nach dem Ableben des Geschäftsführers und Eigentümers Ernst Kreihsler Anfang April setzte das Handelsgericht Wien im Mai den Wirtschaftsprüfer Patrick Volkert als Notgeschäftsführer ein. Dieser stellte Unregelmäßigkeiten fest. Auf der Homepage heißt es seitdem: “Derzeit werden strafrechtlich relevante Tatsachen geprüft. Es besteht für Anleger das Risiko eines kompletten Ausfalls der Anleihen.”

Eine Entschuldung ist bei den insolventen Gesellschaften laut KSV nicht angestrebt. Zur Insolvenzverwalterin der CPI Beteiligungen GmbH wurde die Wiener Rechtsanwältin Ulla Reisch bestellt. Insolvenzverwalter der CPI Bauträger und Immobilienverwaltung GmbH ist der Wiener Rechtsanwalt Arno Maschke, bei der CPI Hausverwaltung GmbH ist die Wiener Anwältin Katharina Widhalm-Budak zuständig.

Wieder private Anleger betroffen
Das Nachrichtenmagazin “Profil” hatte im Juni aus der Stellungnahme des Notgeschäftsführers Volkert berichtet, wonach der auf Wiener Zinshäuser und Neubauten spezialisierten CPI-Gruppe nötige Liquidität fehle; möglicherweise seien Vermögenspositionen nicht werthaltig, und es werde der Verdacht geprüft, dass Firmengelder “nicht widmungsgemäß” verwendet wurden. Zur Finanzierung der Projekte habe CPI über hundert Millionen Euro bei privaten Investoren eingesammelt, denen Anleihen, Genussscheine oder direkte Beteiligungen an den einzelnen Projektgesellschaften vermittelt worden seien.

In Deutschland hat eine von Kreihsler kontrollierte deutsche GmbH laut “Profil” nach 2015 Anleihen begeben, wobei die Datenlage hier besonders diffus sei. Das Portal “Finanzen.net” ordnet laut dem Magazin der deutschen Gesellschaft derzeit fünf Anleihen im Nominalwert von insgesamt 30 Millionen Euro zu. (eml)



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